Denkanstöße

"Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe."
(Johannes 3,16)

Matthäus 22,1-14

Evangelium nach Matthäus 22,1-14:

Und Jesus antwortete und redete wiederum in Gleichnissen zu ihnen und sprach: Das Reich der Himmel ist einem Könige gleich geworden, der seinem Sohne Hochzeit machte. Und er sandte seine Knechte aus, um die Geladenen zur Hochzeit zu rufen; und sie wollten nicht kommen. Wiederum sandte er andere Knechte aus und sprach: Saget den Geladenen: Siehe, mein Mahl habe ich bereitet, meine Ochsen und mein Mastvieh sind geschlachtet, und alles ist bereit; kommt zur Hochzeit. Sie aber achteten es nicht und gingen hin, der eine auf seinen Acker, der andere an seinen Handel. Die übrigen aber ergriffen seine Knechte, misshandelten und töteten sie. Der König aber wurde zornig und sandte seine Heere aus, brachte jene Mörder um und steckte ihre Stadt in Brand. Dann sagt er zu seinen Knechten: die Hochzeit ist zwar bereit, aber die Geladenen waren nicht würdig; so gehet nun hin auf die Kreuzwege der Landstraßen, und so viele immer ihr finden werdet, ladet zur Hochzeit. Und jene Knechte gingen aus auf die Landstraßen und brachten alle zusammen, so viele sie fanden, sowohl Böse als Gute. Und die Hochzeit wurde voll von Gästen. Als aber der König hereinkam, die Gäste zu besehen, sah er daselbst einen Menschen, der nicht mit einem Hochzeitskleide bekleidet war. Und er spricht zu ihm: Freund, wie bist du hier hereingekommen, da du kein Hochzeitskleid anhast? Er aber verstummte. Da sprach der König zu den Dienern: Bindet ihm Füße und Hände, nehmet ihn und werfet ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.

In dieser Geschichte aus der Bibel lesen wir von einem großen König, der seinem Sohn eine ganz besondere Hochzeit ausrichten möchte. Er sendet viele Einladungskarten an alle möglichen und unmöglichen Freunde und Bekannten. Die Reaktion der Eingeladenen fällt sehr unterschiedlich aus. Stell dir mal vor, du würdest zu einer Hochzeitsfeier eingeladen, und dann auch noch von einem großen König! Und diese Leute lehnen einfach ab, man kann es kaum glauben!

Unbegreiflich! Wie kann man nur? Das ist die Chance! Stimmt! Doch was diese Menschen in der Geschichte getan haben, spielt sich auch heute noch x-Mal ab.

Wie jede andere Geschichte in der Bibel, so hat auch diese eine Botschaft an uns:

Der große König ist genauso wie der große Gott. Gott schickt auch Einladungen an alle Menschen auf der Erde. Er möchte Menschen zu sich bringen und mit ihnen zusammen sein. Dafür hat er alles organisiert, alles ist bestens vorbereitet. Vielen Menschen ist das gar nicht bewusst und sie denken gar nicht daran.

In der Geschichte finden sich drei verschiedene Menschengruppen. Die erste Gruppe ist einfach nur ignorant. Sie waren ja vielbeschäftigte Menschen, die für so was (jetzt) absolut keine Zeit hatten. In einer Parallelstelle in Lukas kommen noch bessere Ausreden: Acker und Rinder gekauft, Heirat und der wichtige Handel. Du fragst, was ist so schlimm an diesen Dingen? Eigentlich nichts, nur dass sie über Himmel und Hölle entscheiden. Ist das auch deine Ausrede? Keine Zeit, viel Arbeit, Familie und Freunde? Kümmer dich um das Wichtige im Leben! Setze neue Prioritäten!

Die Zweite Gruppe ist die ganz Harte. Sie greifen die Botschafter an, misshandeln sie und töten sie. Die meisten von uns werden wohl behaupten, dass sie noch nie jemandem Gewald angetan haben. Stimmt wahrscheinlich, wenn man es auf die physische beschränkt. Doch wie sieht es mit unseren Worten aus? Oft werden verletzende Worte unbesonnen oder gar mit Absicht ausgesprochen. Sie können weit mehr Schaden anrichten als physische Gewalt, weil sie den Menschen in seinem Inneren angreifen. Dann sind wir auch "gewaldtätig" geworden und haben uns schuldig gemacht.

Die dritte Gruppe ist etwas schwieriger auszumachen. Der König war so großzügig, allen Gästen sogar die Hochzeitskleider zu schenken. Man kann sich das do vorstellen, dass am Eingang zu der Festhalle einige Diener standen. Diese boten jedem Gast, der dorthin kam, ein sauberes weißes Kleid an und sagten ihm auch, dass der König gefordert hat, dass jeder Gast ein Hochzeitskleid tragen muss. Die meisten nahmen das dankbar an. Dann kam aber ein Mann und fing an, mit den Knechten zu diskutieren. „Ich bin schon bestens angezogen! Mein neuer Anzug ist ja wohl ausreichend, oder? Was wollt ihr eigentlich? Ich bin ja wohl gut genug!“ „Der Befehl des Königs ist, dass jeder ein solches Hochzeitskleid tragen muss!“ „Ach, kommt, hört schon auf damit. Ich bin ja wohl so gut genug! Durch dieses Kleid werde ich auch nicht besser!“ Da die Diener ihn nicht aufhalten können (oder dürfen) geht er stolz in den Festsaal. „Ha, die anderen laufen alle in diesen Fracks rum! Da hab ich wieder alle ausgetrickst, die können mir doch nicht sagen, was ich machen muss, das weiß ich schon selber. Und der König wird auch sehen, dass mein Anzug top ist. Sonst werde ich ihm das eben näher erklären.“ Später kommt dann der König und sein Blick schweift über alle Gäste. Dem Mann wird irgendwie mulmig zumute. „Wie bist du denn hier rein gekommen? Warum hast du nicht das richtige Hochzeitskleid?“ Unter dem durchbohrenden Blick des Königs fällt ihm nichts mehr ein. Gar nichts. Dann kommt das Urteil: „Bindet ihm Hände und Füße und werft ihn in die äußerste Finsternis!“ Keine Chance zu widerstehen. Verloren.

Genauso ist das auch mit Gott und dem Menschen auch. Vielleicht bist du immer mit den anderen mitgegangen. Wahrscheinlich bist du sogar ein recht guter Mensch, bist getauft und konfirmiert und gehst immer in die Gemeinde oder Kirche. Du betätigst dich auch in vielen sozialen Aktionen und weißt viel aus der Bibel. Du denkst alles in OK. Nichts gegen gute Werke, aber danach fragt Gott erst mal gar nicht. Wonach Gott schaut, ist dieses neue Kleid. Nur das gilt vor Gott, sonst gar nichts.

Was ist denn dieses neue Kleid? Wie zieht man dieses an?

Als Antwort wollen wir noch mal auf unseren Mann schauen, der sich weigerte das Kleid des Königs an zu ziehen. Was war sein Problem? Sein Problem war er selber. Er konnte nicht zugeben, dass sein toller Anzug nicht ausreichend ist und er etwas anderes braucht. Genau das muss jeder Mensch erkennen. Ich als Mensch kann vor Gott nicht bestehen, weil meine Kleidung eben doch verschmutzt ist. Durch eine kleine Sünde (Unehrlichkeit, Neid, Böswilligkeit, Streit, etc.) bin ich beschmutzt und kann nicht mehr zu Gott kommen. Genau das muss ich eingestehen und mich somit Gott unterwerfen. Gott ist der Maßstab, nicht ich.

Dann bietet mir Gott aber dieses neue Kleid an. Er sagt mir: „Ich habe meinen Sohn gegeben, damit du wieder leben kannst!“ Dieser Sohn Jesus Christus hat alles getan, damit du ein neues Kleid bekommen kannst!

Also ist jetzt keine Verdammnis für die, welche in Christus Jesus sind.“ (Römer 8,1)

Wenn du dich in einer dieser drei Gruppen wieder gefunden hast, bedenke ernstlich was hier über den Mann, das aber auch für alle drei Gruppen gilt, geschrieben ist:

Bindet ihm Füße und Hände, nehmet ihn und werfet ihn hinaus in die äußere Finsternis: da wird sein das Weinen und das Zähneknirschen.“

Muss es denn so sein? Nein!

Denn noch immer gilt, was wir in Johannes 3, 16 lesen:

Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren gehe, sondern ewiges Leben habe.

Römer 5, 8:

Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.

 

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